TÜRKEI Istanbul und Umgebung

Reisevorschlag TR6Q0001

Das Christentum blickt auf eine reiche Geschichte zurück, die von Einheit und Vielfalt geprägt ist. Dieses große Erbe, in dem verschiedene Sekten und Traditionen heute nebeneinander bestehen, verdankt seine Wurzeln, zu einem wesentlichen Teil, den in Kleinasien unternommenen Schritten. Im Jahr 325 lud der christenfreundliche Kaiser Konstantin 318 Bischöfe zum ersten ökumenischen Konzil nach Nicäa ein, auf dem die Frage der Gottheit Christi geklärt werden sollte. Dort, nicht weit von Konstantinopel/Istanbul, wurde jenes Glaubensbekenntnis formuliert, das bis heute Christen in Ost und West verbindet. Zwischen den Jahren 325 und 787 fanden sieben ökumenische Konzilien statt, immer versammelten sich die Kirchenväter in Städten der heutigen westlichen Türkei. Durch diese Bemühungen der ehemaligen Kirchenväter wurde nicht nur die Fundamente der christlichen Theologie gelegt, sondern versuchten sie auch eine Einheit der Kirche zu schaffen!
Die Spaltung der christlichen Kirche in die römisch-katholische und die orthodoxe Kirche im Jahr 1054 war das Ergebnis politischer, kultureller und theologischer Differenzen zwischen dem Westen und dem Osten des Römischen Reiches. Nach fast tausendjähriger Spaltung machten Papst Paul VI, der als Nachfolger vom Apostel Petrus gilt, und Patriarch Athenagoras I., der als Nachfolger von Andreas, dem Bruder vom Petrus, den ersten Schritt zu einem Dialog, der seither vorankommt. Mit der jüngsten Reise von Papst Le XIV. nach Istanbul und dem gemeinsamen ökumenischen Gebet in Iznik erhält dieses Thema nun neuen Schwung und rückt erneut in den Fokus der christlichen Welt.
Durch eine Reise zu den Konzilien von Nicäa und Konstantinopel erkunden Sie nicht nur die wertvolle Geschichte vor Ort, sondern können Sie sich auch durch Treffen und Gespräche an diesem Dialog aktiv beteiligen.

Reiseverlauf  

Flug von Wien nach Istanbul. Fahrt zum Zentrum und Hotelbezug für fünf Nächte in der Altstadt. Abendessen und Übernachtung im Hotel.

Fahrt über die Bosporusbrücke durch die asiatischen Stadtteile nach Iznik. Auf Luftaufnahmen entdeckten die Archäologen im Jahr 2014 im Iznik-See die Umrisse einer antiken Ruine. Es könnte sich um den Tagungsort des Ersten Ökumenischen Konzils von Nicäa handeln, welche bis jetzt nie gefunden wurde. 318 Bischöfe des Römischen Reiches nahmen im Mai 325 an dem Konzil in Nicäa teil, um ein für allemal die Frage nach dem Wesen Jesu Christi zu beantworten. Das Konzil verurteilte die Lehre des alexandrinischen Presbyters Arius, die Jesus Christus dem Wesen nach als zwischen Gott und Mensch stehendes Geschöpf auffasste. Es formulierte die Wesensgleichheit von Sohn und Vater und verfasste ein erstes Glaubensbekenntnis (Nicaenum). Freie Zeit am Ufer des Iznik-Sees und Besuch der Ruine. Weitere Besichtigungen in der geschichtsträchtigen Stadt Nicäa: die Hagia Sophia von Nicäa; der Ort des Siebten Konzils im Jahr 787, Yesil Camii, die Ruinen des römischen Theaters und der Mauerring um die Stadt. Fahrt nach Kadiköy, dem einstigen Chalkedon, wo das Vierte Ökumenische Konzil tagte. Als Tagungsort diente im Jahr 451 die Kirche der heiligen Euphemia; diese lag auf dem Gipfel einer Anhöhe gegenüber Konstantinopel. Der Beschluss bekennt den einen Christus – wahrer Gott und wahrer Mensch in zwei Naturen. Besuch einer armenischen Kirche in Kadiköy. Fahrt über die Bosporus-Brücke auf die europäische Seite von Istanbul. Abendessen und Übernachtung im Hotel.

Die drei ökumenischen Konzilien von Konstantinopel (381, 553 und 680) fanden in der Umgebung von Kaiserpalast und Hagia Sophia statt. Zum zweiten Konzil versammelten sich die Kirchenväter im Jahr 381 in der Irenenkirche (Innenbesichtigung). Sie bestätigten den Beschluss des Konzils von Nicäa durch Erweiterung der Lehre des Heiligen Geistes. Es entstand das Nicäano-&Constantinopolitanum mit dem die Christenheit weltweit ihren Glauben bekennen kann. Das fünfte Konzil fand 553 in der Hagia Sophia statt. Das 1500 Jahre alte Bauwerk gehört zu den bekanntesten Kirchen der christlichen Welt; Besichtigung der einstigen Palastkirche, die die Einheit von Kirche und Staat symbolisierte. Als Tagungsort des sechsten Konzils im Jahr 680/81 wird der Kaiserpalast angegeben. In diesem Bereich ist das Mosaikenmuseum mit den prächtigen Palastmosaiken entstanden. Weitere Besichtigungen in der Altstadt: Besuch des im Jahre 333 von Konstantin d. Gr. vollendeten Hippodroms, des einzigen Ortes, an dem Volk und Herrscher zusammentrafen. Unter den Denkmälern, die das Hippodrom heute ausschmücken, ist, neben dem Obelisken Thutmosis‘ III., der Schlangensäule und dem gemauerten Obelisken, auch der von Kaiser Wilhelm II. gestiftete Deutsche Brunnen (Alman Cesmesi) beachtenswert. Anschließend Besichtigungen der Sultan Ahmet Moschee. Abendessen in einem bekannten Kebabhaus. Übernachtung im Hotel.

Als Konstantinopel war und ist Istanbul der Sitz des Ökumenischen Patriarchen. Davon zeugen zahlreiche byzantinische Kirchen, die später zum Teil in Moscheen umgewandelt wurden. Daneben gibt es Kirchen und Niederlassungen anderer Konfessionen. Sie geben einen Eindruck von der Vielfalt der östlichen Christenheit – die wie das westliche Christentum die Konzilien von Nizäa und Konstantinopel anerkennt. Besuch der Chorakirche mit wunderbarer Mosaikausstattung und einer der bedeutendsten Darstellungen der Anastasis (Auferstehung). Fahrt zum Griechisch-Orthodoxen Patriarchat, dem Mittelpunkt der weltweiten Orthodoxie, mit Besuch der Kirche. Nach Möglichkeit Besuche bei weiteren Niederlassungen von orientalischen Kirchen wie dem Patriarchat der Armenisch-apostolischen Kirche und der Syrisch-orthodoxen Kirche der Aramäer. Anschließend erwartet Sie eine geruhsame Bootsfahrt auf dem Bosporus – unter den beiden großen Hängebrücken hindurch vorbei an mehreren Palästen, Sommervillen, Holzhäusern sowie der Festung Rumeli Hisarı und wieder zurück zum Goldenen Horn. Abendessen und Übernachtung im Hotel.

Bootsausflug zu einer der sog. Prinzeninseln, der Insel Heybeli (Chalki) im Marmarameer. Dort befindet sich u.a. die seit Jahren geschlossene Theologische Hochschule des Ökumenischen Patriarchats. Auf der Insel sind keine motorisierten Fahrzeuge gestattet – deshalb Rundgang zu Fuß durch den Hauptort mit verschiedenen orthodoxen Kirchen und der Bet-Yaakov-Synagoge. Rückkehr nach Istanbul und Auffahrt zum Aussichtshügel Pierre Loti mit Blick über die Stadt. Anschließend Zeit zur freien Verfügung, z.B. zum Besuch des Basars. Abschlussabendessen in einem Fischrestaurant am Bosporus.

Heute heißt es Abschiednehmen von der Türkei. Besuch und Gespräch in einer deutschen Auslandsgemeinde über die Situation der Christen in der Türkei. Fahrt zum Flughafen von Istanbul und Rückflug nach Wien.

Istanbul, Türkei © © Pixabay

Weitere Informationen  

Reisedauer: 365 Tage; siehe unsere Reisebedingungen

Wir antworten gerne Ihre Fragen zu diesem Reisevorschlag.