DEUTSCHLAND Jüdisches Leben an Rhein, Main und Neckar
Reisevorschlag DEI76
Manchmal ist es wichtig, Tacheles zu reden. Oft sitzt man im Schlamassel, wenn Reden und Handeln Stuss oder meschugge waren und man nur mit harter Maloche da wieder rauskommt. Unsere Alltagssprache ist geprägt vom Jiddischen. Die Anfänge jüdischen Lebens in Deutschland reichen ins 4. Jh. zurück. Diese Studien- und Begegnungsreise an Rhein, Main und Neckar leistet einen wertvollen Beitrag, das Wissen über jüdische Kultur zu vertiefen, an die wechselvolle jüdische Vergangenheit Deutschlands zu erinnern und jüdisches Leben in der Gegenwart sichtbar zu machen.
KULTUR ENTDECKEN
Jüdisches Leben in Deutschland in Vergangenheit und Gegenwart
Einführung ins Judentum
Glasfenster von Marc Chagall in der Mainzer St. Stephan Kirche
Koschere Weinprobe mit Vesper in Nierstein
NATUR GENIESSEN
Flusslandschaften an Rhein, Main und Neckar
MENSCHEN BEGEGNEN
Begegnung an der Heidelberger Hochschule für Jüdische Studien
Gespräch mit einem Rabbiner
SPIRITUALITÄT ERLEBEN
Tagesimpulse durch unsere Reiseleitung
Reiseverlauf
1. Tag: ANKOMMEN UND SPURENSUCHE IN MAGENZA (MAINZ)
Individuelle Anreise nach Mainz, wo das Judentum bereits eine lange Geschichte hat und Hotel Check-In. Um 14.00 Uhr Begrüßung durch die Reiseleitung. Besuch des Friedhofs „Judensand“, wo rund 1.500 Grabsteine an das jüdische Leben der Stadt erinnern. Die Neue Synagoge in der Mainzer Neustadt reflektiert die fünf Buchstaben des hebräischen „Keduscha“ (Heiligung). Nach Möglichkeit Gespräch mit dem Rabbiner Aharon Vernikovsky. Hotelbezug für fünf Nächte.
2. Tag: JÜDISCHE SPUREN IN DER MAINMETROPOLE
Ausflug nach Frankfurt am Main: Seit dem 12. Jh. leben Juden in der Mainstadt, die über Jahrhunderte eines der wichtigsten Zentren jüdischen Lebens in Europa gewesen ist. Fünfzig Jahre nach dem Novemberpogrom wurde im historischen Wohnhaus von Baron Mayer Carl von Rothschild das erste kommunale Jüdische Museum Deutschlands eröffnet. 1992 kam das Museum Judengasse dazu. Beide Museen präsentieren 800 Jahre jüdische Geschichte in der Mainmetropole: Prägung der wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Entwicklung der Stadt und Thematisierung der Erfahrung von Unterdrückung und Verfolgung. (ca. 90 km)
3. Tag: HOCHSCHULE FÜR JÜDISCHE STUDIEN UND SCHPIRA (SPEYER)
Ausflug nach Heidelberg am Neckar: Begegnung an der Hochschule für Jüdische Studien. In Speyer sehen wir die Überreste der historischen Synagoge, der älteste aufrechtstehende jüdische Kultbau in Mitteleuropa aus dem Mittelalter, sowie das jüdische Ritualbad (Mikwe), das erstmals 1126 Erwähnung fand und nahezu unverändert über die Jahrhunderte hinweg erhalten blieb. Besuch im Dom zu Speyer, der größten romanischen Kirche der Welt. Danach koschere Weinprobe mit Vesper in einer Weinwirtschaft in Nierstein. (ca. 250 km)
4. Tag: WARMAISA (WORMS) UND KLOSTER LORSCH
Ausflug an den Rhein nach Worms: Synagoge und Raschi-Haus im alten jüdischen Viertel; Besuch auf dem jü- dischen Friedhof „Heiliger Sand“, der als ältester erhaltener seiner Art in Europa gilt. Die ältesten der etwa 2.500 Grabsteine stammen aus dem 11. Jh. Im Dom St. Peter fand 1521 der Reichstag zu Worms statt, auf welchem sich Martin Luther vor Kaiser Karl V. verantworten musste. Weiter zum Kloster Lorsch, das zu den Zentren europäischer Kultur im frühen Mittelalter gehörte. Es ist eines der wenigen Denkmäler der Karolinger Zeit, welches über die Jahrhunderte hinweg sein ursprüngliches Aussehen bewahrt hat. (ca. 150 km)
5. Tag: JÜDISCHES LEBEN IM MITTELRHEINTAL
In Bingen bestand seit der Zeit Hildegards von Bingen eine bedeutsame jüdische Gemeinde – bis zu ihrer Auslöschung durch die Nationalsozialisten. Spurensuche zunächst in der Rest-Synagoge in der Rochusstraße, wo heute wieder eine kleine jüdische Gemeinschaft zusammenkommt. Spektakulär liegt der 400 Jahre alte jüdische Friedhof oberhalb des Ortes. (Fußweg ca. 20 Min.). Er ist einer der wenigen, der der Verwüstung, Enteignung oder dem Zwangsverkauf entgangen ist. Weiterfahrt nach Bacharach: Hier steht die sog. „Wernerlegende“ im Mittelpunkt, die den ungeklärten Tod eines christlichen Jungen im 13. Jh. als jüdischen Ritualmord tradierte, was zu einer weitreichenden Gewaltwelle gegen die jüdische Bevölkerung im Umkreis führte. Manifestiert ist der Wernerkult in der gleichnamigen Kapelle (Aufstieg über Stufenweg). Mittlerweile ist die Ruine der „Wernerkapelle“ zum Mahnmal für einen geschwisterlichen Umgang der Religionen geworden. Rückkehr nach Mainz: Berühmt sind die Glasfenster von Marc Chagall in der Kirche St. Stephan, ein Zeichen der christlich-jüdischen Verbundenheit. (ca. 90 km)
6. Tag: KAISERDOM UND HEIMREISE
Mainz: Besuch des 1000-jährigen Kaiserdoms, der neben romanischen auch gotische Bauelemente enthält. Anschließend individuelle Rückreise.
Weitere Informationen
Leistungen
Reisedauer: 6 Tage; siehe unsere Reisebedingungen
Wir antworten gerne Ihre Fragen zu diesem Reisevorschlag.

