Wüste als Ort der Gotteserfahrung

MAROKKO

Studienreise

Die Kargheit der Wüste bietet Gelegenheit, genau wahrzunehmen: die Weite, jede kleine Pflanze, einen einzelnen Vogel, die Pracht des Sternenhimmels und vieles mehr. Die auf das notwendige Maß reduzierte Lebensweise und das Gehen und Reiten bringen uns auch innerlich in Bewegung. Gemeinschaft und Solidarität sind unverzichtbar. Die Lebensweise und Gastfreundschaft der Beduinen machen unsere Wüstenzeit zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Unvergesslich sind auch viele biblische Texte, die in der Wüste spielen. Abraham und Sara, Hagar, Josef und seine Brüder, Mose und seine Schar, Elija – sie alle erfahren sich in ihren Sorgen und Nöten letztlich von Gott getragen. Ihre Erfahrungen werden unsere Wege in biblischen Impulsen, Gesprächen und Gebetszeiten begleiten.
Voraussetzung sind Wandererfahrung und gute Kondition sowie Bereitschaft, sich auf die Gruppe, auf stille Zeiten und auf die Führung durch Beduinen einzulassen.

Auf einen Blick

  • Wüstenerlebnis in der Sahara
  • Viertägiges Trekking zu Fuß und mit Dromedaren
  • Biblische Texte aus der Wüste

Reiseverlauf

1. Tag: Aufbruch und Ankommen
Linienflug nach Marrakesch. Transfer zum Hotel, erstes Kennenlernen und Hotelbezug für zwei Nächte.

2. Tag: Perle des Südens
Marrakesch! Schon der Klang des Namens weckt Bilder aus Tausendundeiner Nacht! Die Stadt ist im 11. Jhdt. gegründet worden und weist hervorragende Kulturdenkmäler des Hispano-maurischen Stils vom 11. bis 19. Jhdt. auf. Wir sehen unter anderem die Koutoubia-Moschee mit ihrem markanten Minarett (Außenbesichtigung), die meisterlich gearbeiteten Tore Bab Agnaou und Bab er-Robb, die reich ornamentieren Saadier-Gräber und die Medersa Ben You­ssef (Koranschule). Gang durch die Souks, sowie über den Place Djemma-el-Fna, wo sich zu jeder Tageszeit ein unsagbares Treiben von Händlern, Volksunterhaltern, Märchenerzählern, Gauklern, Musikanten, Kartenlegern und Schlangenbeschwörern abspielt.

3. Tag: Über die Berge ins fruchtbare Draa-Tal
Wir verlassen Marrakesch und fahren durch die großartige Gebirgslandschaft des Hohen Atlas und über den Tizi-n-Tichka-Pass (2.260 m). Besuch des idyllisch gelegenen Lehmburgenkomplexes von Ait Benhaddou, welcher schon zahlreichen Filmen als Kulisse gedient hat. Das Labyrinth aus alten Lehmhäusern steht seit 1987 als Weltkulturerbe unter UNESCO-Schutz. Die Fahrt geht weiter durch beeindruckende, karge Wüstenlandschaften. Kleine Oasen und Nomadensiedlungen liegen auf dem Weg. Von Fern sehen wir in der Weite der Sahara die Gebirgskette des Anti-Atlas. Gegen Mittag erreichen wir das fruchtbare Draa-Tal mit seinen riesigen Dattelpalm-Oasen. Nach einer schönen Fahrt durch das Draa-Tal erreichen wir die Oase Zagora, die früher ein wichtiges Karawanenzentrum war und entspannen im Palmenhain. Übernachtung in Zagora für eine Nacht. (ca. 360 km / 7 Std. reine Fahrtzeit)

4. Tag: Fahrt in die Wüste
Nach dem Frühstück geht die Fahrt noch tiefer in den Süden Marokkos. Beeindruckend sind die Weite und die Stille der Wüste. Über den Ait Salman-Pass kommen wir nochmal ins fruchtbare Tal des Draa mit seinen vielen faszinierenden Lehmdörfer und Palmenoasen. Nach rund 100 km erreichen wir Mhamid El Ghislane, Ausgangspunkt unserer Wüstentage. Dort treffen wir die Begleitmannschaft. Nachdem das Gepäck und die Campingausrüstung auf die Dromedare gepackt sind, wandern wir ca. 2 Stunden bis zum heutigen Ziel in den kleinen Dünen. Zeltübernachtung bei Ras Nkhal. (ca. 100 km / 2 Std. Fahrt - Wanderstrecke: ca. 2 Std.).

5.-8. Tag: Wüstenerlebnis Sahara
Durch eine Bilderbuchwüste aus Stein und Sand beginnen wir das viertägige Wüstentrekking zu Fuß und auf Reitdromedaren, das uns durch die fantastischen Landschaften Südmarokkos mit Palmenhainen, Tamariskenbäumen, Oasendörfern und Trockentälern führt. Malerische Sanddünen und freundliche Menschen erwarten uns. Dromedare transportieren das Gepäck, wir tragen nur den Tagesrucksack. Übernachtet wird während des Trekkings in Zelten oder auf Wunsch direkt unter dem Sternenhimmel. Der vorübergehende Komfortverzicht wird durch die grandiose Natur, die Stille der Wüste und das Leben mit der Begleitmannschaft mehr als aufgewogen. Die Begleitmannschaft sorgt mit der Zubereitung des Frühstücks, eines mittäglichen Picknicks und des Abendessens für unser leibliches Wohlbefinden und gibt uns Einblicke in das zwar entbehrungsreiche, aber erfüllte Leben der Wüstenbewohner. Biblische Impulse, Gelegenheit zum Austausch und Gebetszeiten geben Raum, spirituelle Erfahrungen dieser Tage zu vertiefen. Die Wanderungen mit moderaten Höhenunterschieden finden in einer Höhe von ca. 500 m bei täglichen Reit- und Gehzeiten von ca. 3 bis 5 Stunden statt. Tägliche Strecken (zu Fuß oder auf dem Dromedar reitend): 6 bis 8 km

9. Tag: Rückkehr
Früher Aufbruch. Mit dem Bus fahren wir heute zurück nach Marrakesch. Über schmale Wüstenstraßen geht die Fahrt zuerst nach Zagora, dem alten Karawanenzentrum. Weiterfahrt durch das Draa-Tal nordwärts nach Ouarzazate. Nach der Mittagspause fahren wir über den Hohen Atlas nach Marrakesch in der fruchtbaren Haouz-Ebene. Hotelbezug in Marrakesch für eine Nacht. (ca. 470 km, ca. 9 Std. Fahrt)

10. Tag: Gartenpracht und Heimreise
Am Vormittag erkunden wir nochmals Marrakesch. Wir besuchen den Jardin Majorelle, der 1923 vom französischen Künstler Jacques Majorelle angelegt und später von Yves Saint Laurent mitsamt der Villa erworben und mit Liebe zum Detail weiterentwickelt wurde. Besuch der Menara-Gärten mit dem großen Wasserbecken Basin La Menara. Am Nachmittag Rückflug nach Wien.