NORDSPANIEN: Auf Pilgerwegen nach Santiago de Compostela

Die Welt endete für den mittelalterlichen Pilger am westlichsten Punkt Spaniens, am Granitfelsen des Cabo Finisterre. Hierher machte er einen Abstecher, nachdem er auf dem "Weg der großen Sehnsucht" das verehrte Grab des Jakobus erreicht hatte. Der auch "Camino" genannte Pilgerweg von den Pyrenäenpässen bis zur Kathedrale von Santiago de Compostela mit seinen Brücken, Herbergen und Kirchen gilt heute als europäischer Kulturweg. Jährlich besuchen Hunderttausende seine Stationen, lassen sich ansprechen von Bauten aus romanischer und gotischer Zeit, spüren den Gründen nach, die einen aus dem engsten Jüngerkreis Jesu zur Symbolfigur dieser Landschaft, ja des christlichen Spanien machten.

Auf einen Blick

  • Auf dem "Weg der Sterne" zum Grab des Apostels Jakobus
  • Ausgewählte, kurze Wanderetappen
  • Europäischer Kulturweg mit herausragenden romanischen und gotischen Bauten

Reiseverlauf

1. Tag
Aufbruch in die Welt der Pilger
Linienflug von Wien (über Madrid/München) nach Bilbao. Fahrt nach Pamplona: Hotelbezug für zwei Nächte.

2. Tag
Den Himmel mit den Händen greifen
Ausflug in die Pyrenäen zum Ibañeta-Pass, dem Ausgangspunkt des spanischen "Camino Navarro". Möglichkeit zu einer ca. halbstündigen Wanderung von der Passhöhe hinab nach Roncesvalles und Besuch im Augustinerkloster. Weiter nach Sangüesa, wo die Pilger vom Somport-Pass her eintrafen, und anschließend zum Kloster San Salvador de Leyre, einem der ältesten romanischen Bauwerke Nordspaniens mit dem Mausoleum der ersten Könige von Navarra. Zurück nach Pamplona: Besichtigung des mittelalterlichen Stadtkerns und der Kathedrale.

3. Tag
Brücken am Weg
Fahrt zur oktogonalen Grabkirche von Eunate und nach Puente la Reina, wo die beiden Routen vom Ibañeta- und Somport-Pass zusammentreffen: romanische Brücke über den Rio Arga, Santiagokirche und Templerordenskirche. Weiter über Estella, das "Toledo des Nordens", Torres del Rio und Logrono nach Najera: Kloster Santa Maria mit Kreuzgang und Grablege der späteren Könige von Navarra. Anschließend nach Santo Domingo de la Calzada, dem Ort des Hühnermirakels und über die Montes de Oca nach Burgos: Hotelbezug für eine Nacht.

4. Tag
Gemeißelter Stein erzählt wie das Leben gelingt
Burgos: Besichtigung der großartigen Kathedrale. Weiterfahrt zum ehemaligen Pilgerrastplatz Fromista mit einer romanischen Hallenkirche. Danach über die eindrucksvolle Tierra de Campos bis zur Kreuzung des Weges nach Bustillo del Paramo mit dem alten Camino: Möglichkeit einer Wanderung auf dem alten Camino nach Calzadilla de la Cueza (7 km). Anschließend Fahrt nach Sahagun mit sehenswerten romanischen Backsteinkirchen. Weiter nach León, ehemalige Hauptstadt des Königreichs Leon und Bischofssitz: Hotelbezug für eine Nacht.

5. Tag
Last abwerfen am Eisenkreuz
Leon: Basilika San Isidoro mit dem Pantheon der Könige, das auch die "Sixtinische Kapelle der spanischen Romanik" genannt wird. Anschließend Fahrt vorbei am modernen Wallfahrtsheiligtum La Virgen del Camino nach Astorga mit seiner spätgotischen Kathedrale. Über die Cordillera mit dem berühmten Cruz de Ferro nach Ponferrada: Hotelbezug für eine Nacht.

6. Tag
Auf ins Grüne Spanien
Fahrt nach Villafranca del Bierzo, dessen Name an die Suebenfestung "Pieros" erinnert. Nach Überquerung der beschwerlichen Bergstrecke über den Cebreiro mit frühromanischer Kirche und keltischen "Pallozas" weiter nach Lugo mit seiner vollständig erhaltenen römischen Stadtmauer. Schließlich kommen wir über Pallas del Rey und Mellid zum Ziel der vielen hunderttausend Pilger seit dem Mittelalter, dem Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela: Hotelbezug für drei Nächte.

7. Tag
Am Ziel
Besichtigungen in Santiago de Compostela, das jahrhundertelang der berühmteste Wallfahrtsort Europas war: Kathedrale (evtl. noch in Restauration) mit dem prächtigen Portico de la Gloria, der Puerta de las Platerias und einem gotischen Kreuzgang. Besuch im Museum der Kathedrale. Nach einem Rundgang über die Plaza del Obradoiro und durch die malerische Altstadt mit ihren Kirchen, Klöstern, Hospitälern und Gassen bleibt noch etwas Zeit zur freien Verfügung. Möglichkeit zur Teilnahme am Pilgergottesdienst.

8. Tag
Das Ende der Welt
Ausflug nach Padrón, wo nach der Überlieferung die Gebeine des Apostels Jakobus angelandet sind. Weiter nach Noya (S. Martin) und über Muros an die galicische Atlantikküste zum Cabo Finisterre, dem „Ende der Welt“.

9. Tag
Abschied und Heimreise
Fahrt zum Flughafen von Santiago de Compostela oder Porto und Rückflug (über Madrid bzw. Frankfurt) nach Wien.