Südwestfrankreich: Mittelalterliche Pilgerkirchen

FRANKREICH

Studienreise

Cluniazensische Mönche waren die wichtigsten Betreuer der Pilger auf ihrem Weg nach Santiago di Compostela. Die mit kostbaren Kunstwerken ausgestatten, zahlreichen Sanktuarien entlang der Hauptwege gehen auf sie zurück. Sie zeigen ein erstaunlich hohes künstlerisches Niveau und sind eine wichtige Informationsquelle über die Frömmigkeit der mittelalterlichen Menschen. Den theologischen Inhalten der Plastik und der Malerei dieser Bauwerke schenken wir auf dieser Reise besondere Aufmerksamkeit.

Auf einen Blick

  • Die Pilgerbewegung des Mittelalters
  • Herausragende Kirchenkunst und Architektur der Pilgerwege
  • Lascaux, die „Sixtinische Kapelle des Périgord“
  • Schloss Chenonceau, ein Juwel an der Loire

Reiseverlauf

1. Tag: Aufbruch und Ankommen
Linienflug nach Lyon. Während einer Stadtrundfahrt lernen Sie die bedeutendsten Viertel des alten Lyon kennen. Die Innenstadt ist als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet. Interessant sind sowohl die modernen „Murales“ (Malereien auf den Fassaden der Häuser) als auch die neu restaurierten „Traboules“ (Innenhöfe der Altstadt). Wir besuchen auch die Basilika Notre Dame de Fourvière. Hotelbezug für eine Nacht.

2. Tag: Anfang an der Via Podiensis
Erstes Ziel ist Le-Puy-en-Velay, eine alte Stadt nach der einer der vier französischen Pilgerwege der Santiago-Wallfahrt seinen Namen hat. Die Kathedrale, neben Chartres das zweitälteste Mariensanktuarium des Mittelalters, ist ein sehr origineller Kuppelbau. Das ganze Klosterensemble ist mit eindrucksvollen Architekturdekorationen geschmückt. Danach erwartet uns der Aufstieg zur Kapelle St. Michel-d'Aiguilhe, die auf einer vulkanischen Felsspitze gebaut wurde. Nächstes Ziel ist das abseits der heutigen Verkehrsachsen gelegene Conques: Die romanische Abtei Ste. Foy gehört zu den Höhepunkten der Kulturgeschichte des Pilgertums. Die Kirche besitzt eines der großartigsten Tympana der Romanik. Zu dem kostbaren Kirchenschatz gehört das goldene Reliquiar der heiligen Fides aus dem 10. Jh. Es ist eine der ersten figürlichen Darstellungen aus der Zeit des Mittelalters. Hotelbezug im Raum Conques für eine Nacht. (ca. 360 km)

3. Tag: Lebendiges Mittelalter
Heute besuchen wir zunächst den eindrucksvoll auf einer Felsklippe, über einem Tal gelegenen alten Buß-Wallfahrtsort Rocamadour. Wir besichtigen die Kathedrale St. Sauveur mit der Kapelle der Schwarzen Madonna und genießen die wunderbaren Ausblicke. Anschließend fahren wir nach Souillac. Die Kirche der hiesigen alten Benediktinerabtei gilt ebenfalls als eine der bedeutendsten Bauten des 12. Jahrhunderts. Besonders eindrucksvoll ist die gestaffelte Choranlage. Die Reliefdarstellung des Propheten Jesaja bildet einen Höhepunkt der französischen Romanik. Weiter geht es nach Sarlat-la-Canéda. Das vorbildlich restaurierte Städtchen beherbergt mehrere Stadtpaläste aus der Renaissance, u.a. das Haus des Politikers und Schriftstellers Étienne de La Boétie. Auf dem alten Friedhof hinter der Kathedrale St. Sacerdos befindet sich eine markante Totenlaterne aus dem 12. Jh. Hotelbezug für eine Nacht. (ca. 140 km)

4. Tag: Sixtinische Kapelle des Périgord
Einen Reisehöhepunkt ganz anderer Art bietet der Besuch in Lascaux. Wir besichtigen einen der wichtigsten Fundorte der vorgeschichtlichen Malerei in Europa in der naturgetreuen Nachbildung einer prähistorischen Höhle. Ihrer großen Bedeutung wegen wird die Höhle in Lascaux als „Sixtinische Kapelle des Périgord“ bezeichnet. Die Wandmalereien sind etwa 36.000 v. Chr. entstanden. Besonders beeindruckend sind die zahlreichen bunten Tierdarstellungen. Weiter geht’s nach Périgueux: Die Kathedrale St. Front verbindet byzantinische und romanische Elemente und erinnert an San Marco in Venedig. Im Anschluss sehen wir die älteste Kirche der Stadt, St. Etienne-de-la-Cité. Hotelbezug für eine Nacht. (ca. 90 km)

5. Tag: Fassaden und mehr
Heute besuchen wir zwei prominente Bauten der aquitanischen Schule. Die Kathedrale St-Pierre in Angoulême überrascht mit ihren eindrucksvollen sechs Kuppeln und einer reichgeschmückten Fassade mit über 70 Figuren, darunter Szenen aus dem Rolandslied. Die Prioratskirche St-Nicolas von Civray bietet eine kleinere Version des bemerkenswerten Fassadentypus. Die reiche plastische und malerische Dekoration des Innenraumes ist eines der schönsten Beispiele des romanischen Gesamtkunstwerks von Südfrankreich. Anschließend Fahrt nach Poitiers, die Hauptstadt Aquitaniens: Hotelbezug für eine Nacht. (ca. 210 km)

6. Tag: Die Hauptstadt Aquitaniens
Poitiers: Wir besuchen die romanische Kirche Notre Dame la Grande. Im alten Justizpalast, dem ehemaligen Schloss der Herzöge von Aquitanien, besichtigen wir den „großen Saal“, der im Wesentlichen noch aus der Zeit Eleonores von Aquitanien stammt. Das frühchristliche Baptisterium St-Jean gilt als das älteste Frankreichs. Es wurde wahrscheinlich auf Veranlassung des hl. Hilarius (360 n.Chr.) erbaut (Außenbesichtigung). Danach sehen wir die Kollegiatskirche St-Hilaire. Anschließend fahren wir nach Saint-Savin-sur-Gartempe: Die romanische Abteikirche aus dem 11. Jh., vermutlich der älteste Gewölbebau des Poitou, birgt großartige Wandmalereien. Hotelbezug in Tours, wo der hl. Martinus 371 zum Bischof gewählt wurde, für eine Nacht. (ca. 165 km)

7. Tag: St. Martin und ein Renaissanceschloss
In Tours besuchen wir das Grab des hl. Martin in der Basilika und die prächtige gotische Kathedrale St-Gatien mit den herrlichen Glasfenstern aus dem 13. Jh. Weiterfahrt zu einem der bekanntes­ten Renaissanceschlösser: Chenonceau. Es wurde im Laufe der Jahrhunderte von mehreren interessanten Frauen geprägt. Wir sehen den Renaissancegarten von Diane de Poitiers, der Mätresse Heinrichs II., und den Garten der Königin Katharina Medici. Die Innenräume sind mit wertvollen Bildern und besonders kostbarem Mobiliar aus verschiedenen Epochen ausgestattet. Hotelbezug in Orléans für eine Nacht. (ca. 150 km)

8. Tag: Stadt der Jeanne d’Arc
Orléans: In der Stadt der Jungfrau von Orléans, Jeanne d’Arc, besuchen wir die mächtige Kathedrale St-Croix und bummeln durch die Altstadt. Anschließend Fahrt zum Flughafen Paris (ca. 160 km): Rückflug nach Österreich.